Eine Hochburg der mediterranen Gastronomie

Eine Hochburg der mediterranen Gastronomie

Es gibt nicht viele Länder, in denen das gute Essen und Trinken so eine entscheidende Rolle spielt wie  in Katalonien. Die kulinarische Tradition in der alten südeuropäischen Region blickt auf viele Jahrhunderte zurück und erfreut sich erst in jüngster Zeit internationaler Anerkennung.

Zeugnis dieser gastronomischen Revolution sind unter anderem die Michelin-Sterne: In diesem Jahr wurden in Katalonien mehr als 54 Restaurants mit insgesamt 65 Michelin-Sternen prämiert, also fünf mehr als im Vorjahr. Das zollt Respekt für ein Land, das kaum so groß wie Nordrhein-Westfalen ist. Zu den Preisträgern gehört übrigens das erste 3-Sterne-Restaurant in Barcelona: Lasarte.

Hervorrangende Cuisine für jeden Geldbeutel

Jenseits der exklusiven Sterne gibt es unzählige gastronomische Veranstaltungen, die der zu Recht gefeierten katalanischen Gastronomie ihr I-Tüpfelchen aufsetzen. Sehr beliebt sind die sogenannten Calçotades: Der Name leitet sich von den Calçots ab, den Frühlingszwiebeln, die im Rahmen solcher Feste gegrillt und auf ganz spezielle Weise degustiert werden – so wie die Bilder zeigen: Zuerst die Zwiebeln schälen, dann in die Romesco-Sauce eintauchen (keine Calçots ohne Romesco!) und endlich schmecken. Und das alles wie es sich gehört, nämlich mit den Händen. Man soll allerdings ein Lätzchen tragen – das gehört eben auch zur Tradition – und vor allem macht es das Prozedere einfach sauberer!


Die Calçots muss man nach einem traditionellen Ritual essen. Bilder © Ferran Porta – Danke an David Pérez für das Lehrbeispiel!

Die Saison der Calçotades, die ihren Ursprung in der Kleinstadt Valls haben, obwohl sie mittlerweile überall in Katalonien organisiert werden, geht jährlich von Januar bis April. Parallel dazu verläuft die Garoinada im Empordà, dessen unfreiwillige Protagonisten, die Seeigel (Garoines auf Katalanisch), von Januar bis März ihre Hochsaison erleben – kulinarisch gesehen. Als Ergänzung zu ihrer feinen Textur passen besonders gut Weißweine – und warum nicht aus der gleichnamigen Weinregion, wo Kellereien wie Masetplana oder Roig Parals ihren Sitz haben. Veranstaltungsort des erst 1992 ins Leben gerufenen Festes, das mittlerweile zu einer populären Tradition geworden ist, sind die bukolischen Dörfer Tamariu, Llafranc und Calella, sowie der Hauptort Palafrugell in dieser beliebten Gegend mitten in der Costa Brava.

Nicht minder bekannt – und von tausenden ungeduldigen Schnecken-Fans jährlich erwartet – ist L’Aplec del caragol in der Stadt Lleida. Das beliebteste Rezept ist das sogenannte „a la llauna“, wo die Schnecken mit Salz, Paprika und Kräuter in riesigen Bratpfannen zubereitet und präsentiert werden. Die Zahlen dieses kulinarischen Highlights sind alles andere als verwerflich: Bis zu 12 Tonnen des schmackhaften Weichtieres werden von über 200.000 Besuchern gegessen – darunter die etwa 10.000 Mitglieder der zahlreichen Vereine, die sich seit 1980 für das Fest engagieren. Der Aplec findet in diesem Jahr vom 26. bis 28. Mai statt.


Drei Mitglieder des Vereins „La Graella“ beim Zubereiten der „Caragols a la llauna“. Bild © Aplec del Caragol

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