Garnatxa: Der süße Schatz des Montsants

Garnatxa: Der süße Schatz des Montsants

In Ergänzung zu unserem letzten Artikel über die Herkunftsbezeichnung Montsant (D.O. Montsant), richten wir nun unseren Blick auf die Rebsorte Grenache. Diese auf Katalanisch als Garnatxa bekannte Rebsorte gilt –mit ihren verschiedenen Varianten– als die autochthone Rebsorte der Montsant und teilt sich zwischen den südlichen Landkreisen Priorat und Ribera d’Ebre auf.

Eigentlich befinden sich die Ursprünge der Garnatxa im Osten der Iberischen Halbinsel, da das trockene und warme Klima am Mittelmeer ideale Bedingungen bietet – und das, obwohl im Mittelmeerraum „selbst bei gleichen Böden große Unterschiede zwischen Küste, Berge und Kontinentalklima vorhanden sind“, wie der Eigentümer der Kellerei Viñas Domènech behauptet. Die Garnatxa verbreitete sich von dort aus in andere Regionen Südeuropas, sogar bis nach Übersee, Australien oder Kalifornien.

Eine Sorte mit katalanischer Eigenvariante

Der spanische Weinkritiker José Peñín, der seit 25 Jahren die Guía Peñín (Peñín-Führer) herausgibt, sagt, die Garnatxa „bestimme das Terroir und die Eigenschaften der Weine aus der Montsant“. Gleichzeitig besteht bei Sílvia Naranjo und Jordi Alcover vom „Weinführer Katalonien“ (Guia de Vins de Catalunya) kein Zweifel daran, dass die beliebten Rotweine aus dieser Anbauregion größtenteils der treuen und langjährigen Bewahrung der lokalen Varianten zu verdanken sind.

Eine Besonderheit aus der Region ist die kleinbeerige Variante Garnatxa Peluda, auch Lledoner pelut genannt, die relativ früh austreibt. Nur auf einem kalkigen Boden, wie in der Montsant, kann sich solch eine besondere Traubenart entwickeln: Andere Weinregionen Kataloniens bestehen aus ganz verschiedenen Böden, wo die Garnatxa peluda kaum eine Möglichkeit hätte, zu wachsen. Ebenso wie die weißen Traubensorten Garnatxa blanca und Garnatxa gris ist die „Peluda“ eine Mutation der Hauptsorte. Die klassische Varietät der Garnatxa, deren Textur als „fleischig“ gilt, wirkt zärtlich am Gaumen, mit einem relativ hohen Alkoholgehalt und würzigem Aroma.

Während im Priorat die Garnatxa von jeher angebaut wurde, haben die Winzer anderer Regionen in Spanien allerdings bis in die 90-er Jahren auf sie verzichtet: Für viele soll die mittlerweile hochgeschätzte Rebsorte zu „grobe“ Weine ergeben haben, die nur zusammen mit anderen Rebsorten ausgebaut wurden. Die Arbeit im Weinberg und im Keller wurde damals jedoch längst nicht so sorgfältig gemacht  – das waren eben andere Zeiten, auch im Bereich Weinherstellung!

Beweis dafür, dass die Garnatxa in mehreren Weinregionen in Katalonien stark verwurzelt ist, ist die Nominierung der Herkunftsbezeichnung Terra Alta als Gastgeber der Grenaches du Monde. Auf diesem renommierten internationalen Wettbewerb treffen sich alljährlich über 100 Fachleute des Weinsektors aus der ganzen Welt – 2018 werden in diesem ebenso im Süden Kataloniens gelegenen Landkreis die besten Weine prämiert, die aus dieser Rebsorte hergestellt werden.

Aber trotz der Verbreitung über breite Teile Kataloniens stellt die Garnatxa auf einer besonderen Weise die Essenz der Weine dar, die in der D.O. Montsant produziert werden – nicht umsonst werden in der D. O. Montsant, und auch in der D.O. Priorat circa 3.000 Hektar der Rebsorte Garnatxa bewirtschaftet.

Von den vielfältigen Eigenschaften der Garnatxatraube in besagter Herkunftsbezeichnung können Sie sich am kommenden 13. Februar in München selber überzeugen. Denn sowohl Fachbesucher als auch Endverbraucher haben die einmalige Chance, nicht nur vieles über die Weine aus der D.O. Montsant zu erfahren sondern auch eine exzellente Auswahl zu verkosten. Zum Anmeldungsformular gelangt man über diesen Link.

Und hier geht es zur Anmeldung für Endverbraucher: https://www.xing.com/events/montsant-katalonien-unplugged-1765871
Eintritt für Endverbraucher: 10 € (bitte vor Ort in bar entrichten)

Bilder © D.O. Montsant